, boerse-express

Procter & Gamble muss sparen

Die unsichere Wirtschaftslage und ungünstige Wechselkurse machen den Konsumgüter-Herstellern das Leben schwer. Beim Branchenprimus Procter & Gamble aus den USA ging im dritten Kalenderquartal das Geschäft zurück, ebenso beim heimischen Rivalen Colgate-Palmolive. Folge sind Stellenstreichungen. Dagegen konnte der britische Konkurrent Unilever dank seiner starken Präsenz in Schwellenländern zulegen. Bei Procter & Gamble, dem Hersteller von Pampers-Windeln, Ariel-Waschmittel und Gillette-Rasierern, fiel der Umsatz von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 20,7 Mrd. Dollar (15,85 Mrd. Euro). Der Gewinn verringerte sich um 7 Prozent auf unterm Strich 2,8 Mrd. Dollar, wie der Konzern am Donnerstag in Cincinnati mitteilte. Procter & Gamble kämpft mit den Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa und einer schwachen Nachfrage auf seinem Heimatmarkt. Im Februar hatte der Konzern deshalb ein Sparprogramm aufgelegt, das unter anderem den Abbau von 5.700 Stellen vorsieht.

Auch die kleinere Colgate-Palmolive will nun sparen, wie der Hersteller von Zahnpasta, Haushaltsreinigern und Tierfutter am Donnerstag verkündete. Etwa 2.300 der zuletzt 38.600 Stellen sollen dabei wegfallen. "Wir leben in einer schnelllebigen Zeit mit vielen Herausforderungen wie schwächelnde Volkswirtschaften", sagte Vorstandschef Ian Cook zu dem Schritt. Geplant ist u. a., Landesgesellschaften zu bündeln und die Beschaffungskette zu optimieren. Zudem werden Verwaltungsaufgaben zusammengefasst. Gleichzeitig will der Konzern in neue Produkte investieren und seine Präsenz in den Schwellenländern ausbauen. Das soll am Ende bis zu 435 Mio. Dollar jährlich einsparen. Colgate-Palmolive schloss das abgelaufene Quartal mit einem Umsatzrückgang von 1 Prozent auf 4,3 Mrd. Dollar ab. Der Gewinn legte indes leicht auf 654 Mio. Dollar zu.

Ganz anders bei Unilever: Der Hersteller von Dove-Seife, Knorr-Fertiggerichten oder Magnum-Eis steigerte seinen Umsatz um 10 Prozent auf 10,3 Mrd. Euro. Vor allem Pflegeprodukte und Haushaltsreiniger waren bei Verbrauchern beliebt. Bei Lebensmitteln verbuchte der Konzern einen leichten Rückgang. Zum Gewinn machte das britisch-niederländische Unternehmen keine Angaben. Unilever macht den Großteil seines Umsatzes in Schwellenländern. Auch in Amerika liefen die Geschäfte besser als im Vorjahr. Lediglich in Europa trat das Unternehmen mehr oder weniger auf der Stelle. Hier sieht sich der Konzern einem harten Preiskampf ausgesetzt. Das wirtschaftliche Umfeld in 2012 bleibe schwierig, sagte Vorstandschef Paul Polman. Der Druck durch die hohen Rohstoffpreise werde anhalten.