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Sinkende Handelsvolumina sorgen für Kürzungen im Aktiengeschäft

Immer mehr Banken ziehen sich aus dem Aktienhandel zurück oder verkleinern die entsprechenden Abteilungen und entlassen Mitarbeiter. Grund hierfür ist ein Einbruch beim Handelsvolumen. Erst am Freitag gab es einen neuen Fall, der diesen Trend belegt. Am letzten Handelstag der Woche hatte Bloomberg News aus informierten Kreisen erfahren, dass die britische Großbank Barclays Plc gerade dabei ist, knapp zehn Prozent der Stellen in der Aktien-Sparte für die Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) zu streichen. Mit dem Schritt will die Bank aus London angesichts des rückläufigen Handelsvolumens die Kosten reduzieren, hieß es. In der Sparte sind mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt. Barclays hat den Kreisen zufolge vor zwei Wochen damit begonnen, die Mitarbeiter über die bevorstehenden Änderungen zu informieren. Die ersten Abgänge gab es bereits vergangene Woche, wie aus den Kreisen verlautete. Nur wenige Tage zuvor hatte ThinkEquity LLC, die in San Francisco ansässige Investmentbank, bekannt gegeben, ihre Sparte für den Aktienhandel zu schließen. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt unterm Strich rund 100 Mitarbeiter. Wie viele Jobs wegfallen, werde noch untersucht. Das erklärte Vorstandschef Greg Wright in einem Interview mit Bloomberg News. Ein Teil der Firma werde möglicherweise an einen Konkurrenten weitergegeben und von diesem dann weitergeführt. Vor etwa zwei Wochen hatte bereits Oscar Gruss & Son Inc. das Fusions-Arbitrage-Geschäft eingestellt. Auch Nomura Holdings Inc., Auriga Holdings LLC, Pritchard Capital Partners LLC, WJB Capital Group Inc., UniCredit SpA, Ticonderoga Securities LLC und Kaufman Bros LP haben entweder Aktienhändler entlassen oder ganz dicht gemacht. “Es ist ein unerhört hartes Geschäft. Es gibt nicht genügend Kommissions-Dollar heutzutage für die Vielzahl von Marktteilnehmern - also wird sich die Konsolidierung wohl noch fortsetzen”, sagte Wright gegenüber Bloomberg News. “Die Spreads haben sich verringert, selbstverständlich. Aber das Volumen ist regelrecht kollabiert.” “Wir können bestätigen, dass wir mit einem Konsultations- Prozess innerhalb unserer EMEA-Altien-Sparte begonnen haben”, erklärte Barclays-Sprecher Marc Hazelton, ohne auf dabei auf Details einzugehen. “Wir werden weiter selektiv Mitarbeiter in den Bereichen anstellen, die wachsen.” Den Kreisen zufolge sind von den Stellenstreichungen bei Barclays Aktien-Verkäufer und Aktien-Händler betroffen. Hinzu kämen Kürzungen beim unterstützenden Personal. Fest steht: Barclays hat mit dem wohl größten Umbau des europäischen Aktiengeschäftes begonnen, seitdem der Bereich in Folge der Teilüberahme von Lehman Brothers Holdings Inc. sehr stark ausgebaut worden war. Vorstandschef Antony Jenkins, der auf Robert Diamond folgte, untersucht, welche Bereiche des Unternehmens verkauft oder verkleinert werden sollen - mit dem Ziel, den Gewinn zu steigern. “Die Provisionen werden von den Kunden festgelegt, und leider setzen sie diese jedes Quartal niedriger an”, sagt Tommy Pritchard von Imperial Capital Group Inc. Daten von ITG zeigen, dass Vermögensverwalter rund 7,3 US-Cents für den Handel mit Aktien im Wert von 100 Dollar zahlen. Vor drei Jahren hatten sie noch 10,6 US-Cents bezahlt. Der Aktienhandel nimmt trotz steigender Kurse an den Börsen ab. Das durchschnittliche tägliche Volumen für US-Aktien zum Beispiel ist im dritten Quartal auf 6 Milliarden Aktien gesunken. Im Vorjahresquartal hatte sich das Volumen noch auf 8,7 Milliarden Aktien belaufen und im dritten Quartal 2009 auf 9,3 Milliarden Aktien. (Bloomberg)