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Causa Meinl: Oberstaatsanwalt soll Tempo machen

Das Verfahren gegen Julius Meinl V. läuft der Justiz nicht schnell genug. Die Oberstaatsanwaltschaft Wien stellt den drei ermittelnden Staatsanwälten ab sofort einen auf Wirtschaftscausen spezialisierten Mitarbeiter aus ihrer Behörde zur Seite, berichtet die Tageszeitung "Der Standard" (Freitagausgabe). Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien bestätigte der Zeitung in der Sache die Hinzuziehung eines Oberstaatsanwalts.

Der betreffende Oberstaatsanwalt - die Person steht noch nicht fest - soll dazu beitragen, dass die umfangreiche Causa Meinl beschleunigt wird.

Derzeit ist weder eine Anklageerhebung noch eine Einstellung des Verfahrens absehbar, obwohl seit vier Jahren ermittelt wird. Zwei Gerichtsgutachter mussten ausgewechselt werden bzw. gingen von allein, der federführende Staatsanwalt pendelt zwischen Feldkirch und Wien, schreibt die Zeitung.

Beim Verfahren gegen Julius Meinl und andere geht es u.a. um den Rückkauf der MEL-Zertifikate und seine Auswirkungen auf Kurs und Anleger. Meinl, für den die Unschuldsvermutung gilt war im April 2009 zwischenzeitlich verhaftet worden und musste für seine Freilassung eine Kaution von 100 Mio. Euro stellen. Die Justiz hat die Summe bis heute einbehalten; Meinls Anwälte fordern eine Herabsetzung auf 5 Mio. Euro.