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Drastil: Immo Express 01/12: Unschuldsbeteuerungen, Mailbox-Nachrichten und fortgesetzter Ärger

Folgendes Editorial hat meine Kollegin Bettina Schragl gestern verfasst ...

Herzlich willkommen zum Immo Express, 

Das Jahr 2012 begann mit Karl Petrikovics - zumindest Immofinanz-Anleger könnten das so sehen. Der ehemalige Chef von Immofinanz, Immoeast und Constantia Privatbank, dem die Staatsanwaltschaft wegen nebuloser Aktiendeals Untreue und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorwirft, durfte im mehrseitigen "profil"-Interview seine Sicht der Dinge darstellen. Wenig überraschend ist er davon überzeugt, seine Unschuld beweisen zu können. Mit seinen Aussagen zur Beteiligung von Buwog-Konsortiumsmitgliedern an den Hochegger-Zahlungen zog sich Petrikovics wohl den Zorn von Raiffeisenlandesbank OÖ, Wiener Städtische, Hypo OÖ und Oberösterreichische Versicherung zu, die seine Darstellungsweise dementierten. Das Interview gibt auch interessante Einblicke in die "damalige" Denkweise der Immofinanz-Führung. 

NEWS
Immofinanz ist die Top-Aktie des Monats 
Jänner-Aktien: Dazu noch SBO, conwert, VIG und Zumtobel
Nur vier ATX-Chefs setzten 2011 auf eigene Aktien 
Heuer investierten weniger ATX-CEOs ins eigene Unternehmen als in den Vorjahren, auch die Verkaufstransaktionen fielen geringer aus. Wienerberger-CEO Scheuch erhöhte den Einsatz am stärksten
Petrikovics: "Habe Gewinne auf Aktien lukriert, auf die ich Anspruch hatte" 
Im "profil"-Interview weist der Ex-Immofinanz-Chef die von der Staatsanwaltschaft Wien erhobenen Untreuevorwürfen zurück
Petrikovics, RLB OÖ, Hochegger - die nächste Runde 
"Keine Lobbying-Aufträge und keine Provisionszahlungen"
Petrikovics-Darstellung "nachweislich falsch" 
Konsortiumsmitglieder beim BUWOG-Verkauf dementieren: "Keine Beteiligung an Hochegger-Zahlungen"
Petrikovics bringt Einspruch gegen Anklage ein 
Wegen Ignorierung von Beweisanträgen sowie zahlreicher Mängel der Anklageschrift
Morgan Stanley kürzt bei der Immofinanz 
Kursziel 2,3 Euro
Spaniens Banken sollen 50 Milliarden Euro für Immobilien zurücklegen
Polster auf Gewinnen über mehrere Jahre bilden
Immofinanz - Derzeit keine Einsprüche gegen Anklagen 
Frist läuft heute Mitternacht ab - Petrikovics hat bereits Einspruch angekündigt
Buwog: Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen RLB OÖ-Verantwortliche 
RLB OÖ weist Vorwürfe zurück: Kein Geld an Hochegger gezahlt
Kredit-Affäre: Umgang Wulffs mit Medien wird zum Thema 
Deutscher Bundespräsident gerät nun auch wegen möglicher versuchter Einflussnahme auf Journalisten unter Druck
Meinl Bank dürfte mit Ablehnungsantrag gegen neuen Sachverständigen erfolgreich sein 
Lintner wird vorgeworfen, über eine Vermögensverwaltungsgesellschaft MEL-Zertifikate vertrieben zu haben
Immofinanz setzt bei Klagen gegen Ex-Vorstand auf D&O-Versicherung 
Rechtsabteilungschef Mayer: 'Im günstigsten Fall könnten wir maximal 120 Mio. bis 130 Mio. Euro für die Immofinanz flüssigmachen'
Causa Buwog/Grasser: 2012 sollte eine Entscheidung bringen 
Landesgericht Wien: Entscheidung über Einstellungsantrag Ende Jänner "unwahrscheinlich"
ÖBB-Immo 2012 mit zwei neuen Chefs 
Nach Abgängen von Wagner und Stadler nun Logar und Pirkl als neues Geschäftsführer-Duo
s Immo gewinnt H&M in Sofia als Mieter 
Modekette zieht ins Serdika Center ein
Immobilien(-Kredite) zehren an der Basis der Banken 
In Spanien werden Rufe von Experten nach einer "Bad Bank" zur...
"Wohnimmobilien werden sich wesentlich besser entwickeln als Gewerbeimmobilien" 
Der Immobilienmakler-Verbund Remax wirft einen Blick ins Neue Jahr:...
Wohnen in Wien wird zum Luxus 
"Vor allem im stark nachgefragten mittleren Preissegment herrscht...
Immobilien BElogsAlois Wögerbauer


Neun Geldanlage-Leitplanken für 2012
Leitplanke 1 Der Konjunkturcrash kommt nicht, der Systemcrash... 

Stefan Klocker


Asset Allocation Q1: Breite Diversifikation wichtiger denn je
Der verhalten positive globale Konjunkturausblick tritt aktuell in... 

Christian Drastil
Unternehmer, Berater BE

Fünf Thesen zum Börsejahr 2012 in Wien
These 1:Der ATX wird 2012 zulegen, der inländische Privatanleger... 



"Wir haben den Gewinn, der uns (aus Aktiengeschäften, Anm.) zugestanden ist, verrechnet. Ich verstehe den Vorwurf nicht", sagt Petrikovics etwa im "profil" auf die Frage, warum er Scheinrechnungen gelegt habe. Dass der Rechnungszweck frei erfunden war, lässt er auch auf Nachfrage wenig gelten. "Wir haben fakturiert, was uns zustand. Niemandem ist daraus ein Nachteil erwachsen". Und überhaupt: "Hätten wir uns mehr darum gekümmert, unsere Aktienpositionen sauber zu strukturieren, und weniger um die Immofinanz und Immoeast, dann hätten wir die ganzen Probleme jetzt nicht". Schliesslich haben er und sein Team 80 Stunden die Woche gearbeitet und damit eine der "fünf führenden Immogesellschaften Europas geschaffen", zitiert Petrikovics seinen Nachnachfolger Eduard Zehetner. Dass das Immokonglomerat zwischenzeitlich und als Folge der noch in Aufarbeitung befindlichen dubiosen Geld- und Aktienflüsse fast an die Wand gekracht wäre, lässt er aus. 

Newsflow gabs in den vergangenen Tagen aber auch von anderer Front: Der deutsche Bundespräsident Wulff wird den Ärger um einen günstigen Kredit für seinen Hauskauf nicht mehr los. Als Folge eines Interviews in ARD und ZDF wollte die "Bild"-Zeitung nun die Nachricht, die Wulff auf der Mobilbox des Chefredakteurs hinterlassen hat, veröffentlichen und fragte bei Wulff an. Dieser ist dagegen. 

Und manche Dinge setzen sich einfach aus dem Vorjahr fort: Spaniens Banken ächzen unter Immokrediten, und die Meinl Bank schiesst scharf gegen Sachverständige. 

Einen schönen Feiertag, 

Bettina Schragl