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Rasinger: Rasinger über Häfen-PR

Geld stinkt nicht. Auch nicht für die PR-Branche, immer auf der Suche nach neuen Geldquellen. Jüngstes Geschäftsfeld: „Litigation“-PR, definiert als „prozessbegleitende Öffentlichkeitsarbeit vor, während und nach juristischen Auseinandersetzungen“. Klientel sind eher selten Hendldiebe (mangels Vermögens), sondern vor allem prominente Glücksritter des Kapitalismus, die Geschäftspartnern oder Anlegern beträchtlichen Schaden zufügten. Mit einem Teil des zusammengerafften Geldes werden PR-Agenturen engagiert um das ramponiertes Image öffentlichkeitswirksam aufpolieren. Die Methoden sind bewährt: Eigene Misserfolge bagatellisieren und/oder die Verantwortung andern zuschieben; Kritiker diffamieren; Ablenkungsmanöver medial inszenieren. Mittels Beeinflussung der öffentlichen Meinung soll in letzter Konsequenz (unmerklich!) Druck auf Staatsanwälte und Richter ausgeübt werden. Ruth Elsner beispielsweise, die Ehefrau des zu zehn Jahren verurteilten Ex-BAWAG-Generaldirektors, hatte mit dem öffentlich zelebrierten permanenten Druck auf Hunderttausende Tränendrüsen letztendlich Erfolg. Helmut Elsner wurde immer mehr zum erbarmungswürdigen „ Märtyrer“, dem durch eine Richterin ungerechtfertigt Leid zugeführt wurde. Ein medizinisches Wunder besonderer Art ist, dass Elsner wegen „Todesgefahr“ aus der Haft (vorübergehend) entlassen wurde aber bereits nach einigen Tagen Aufenthalt im noblen Hotel Imperial gemütlich in der Wiener City spazieren geht.

Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang Julius Meinl V., der Medien mit Breitenwirkung mit Inseraten füttert. Mal geht es um die Vorzüge des Meinl-Kaffees, dann um die Erfolge der Meinlbank oder seine „soziale“ Einstellung bei der Erledigung der MEL-Schadensfälle. Und wenn es eng zu werden droht wird mittels Holzhammer das angebliche Fehlverhalten der Justiz angeprangert. Auch für Meinls Ex-Geschäftspartner, Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, ist Litigation-PR nicht fremd („... zu schön, zu reich, ...“).

Auch Anwälte sind in diese PR-Strategie eingebunden. Durch flotte Sprüche und Aktionismus in und außerhalb des Gerichts meinen sie ihren Mandanten Gutes zu tun - und bedenken dabei nicht, dass sie damit den Rechtsstaat in Frage stellen. Kann aber auch sein, dass ihnen das egal ist. Denn Geld stinkt nicht.