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Geschäftsbericht: Physisch ja, PDF ja - Online-Version nein ...
Am 9.6. fand im Cafe BE eine IR-Runde mit Barbara Braunöck (Wienerberger), Thomas Melzer (Brain Force) und Kerstin Schabhüttl (update software) statt. Aus dem Talk:
Cafe BE: Neues Thema, der Geschäftsbericht. Wieviele Ressourcen werden da investiert bei Wienerberger?
Braunöck: Relativ viele Ressourcen, die Endverantwortung liegt bei mir, inhaltlich in Abstimmung mit dem Vorstand und Controlling. Wir beginnen im Dezember mit den Vorbereitungen, veröffentlicht wird er im März. Dazwischen absorbiert der Geschäftsbericht gut und gerne zwei Drittel unserer Zeit.
Cafe BE: Der gesamten IR-Abteilung?
Braunöck: Ja, das muss alles abstimmt werden, geschrieben werden, übersetzt werden, die Zeit fliesst eigentlich mehr in die Korrekturarbeiten ein.
Cafe BE: Und wie läuft der optische Kreativprozess, da gibt es ja recht nette Stücke, auch der von Wienerberger kann ja einiges ...
Braunöck: Das wird mit der Agentur abgestimmt, das kreative Briefing kommt zunächst einmal von mir. Vorschläge werden dem Vorstand präsentiert, der entscheidet dann, welche Variante wir machen.
Cafe BE: Und auch hier die Frage nach der Dimension. Ist der Kostenrahmen über die Jahre stabil geblieben?
Braunöck: Wir haben das Budget für den Geschäftsbericht gekürzt, also ein bisschen weniger Aufwand, zB bei Fotostrecken, aber insgesamt genauso viel Arbeit.
Cafe BE: Inwieweit ist der Online-Geschäftsbericht eine wesentliche Karte geworden?
Braunöck: Ich persönlich sehe das nicht. Wir haben sehr geringe Zugriffsraten auf den Online-GB. Das mag auch daran liegen, dass sämtliche Informationen ohnedies auch auf der IR-Homepage stehen. Der Online-GB ist eine Zusatzübung, die nicht intensiv genützt wird.
Cafe BE: Dafür merken wir selbst dieser Tage, dass die Geschäftsberichte als simples PDF, sei es nun über unser Digital Paper-Tool auf Issuu oder in der IReport-App für das iPad, stark gelesen werden. Ihr seid ja mit Wienerberger, danke dafür, dabei, 5500 Abrufe in einem Monat für den GB 2010 ist eine schöne Zahl. Ich selbst hab ihn auch auf dem iPad durchgewischt und kenn ich daher gut ...
Melzer: PDF ist gut, den alternativen Online-GB braucht man eigentlich eher, um bei Awards dabei zu sein. Ich finde, das ist eine absurde Entwicklung. Ich selbst stelle auch das PDF online, wir sind ja auch bei Euch in der App dabei. Die Tablet-PCs haben das PDF greifbarer gemacht.
Braunöck: Wir haben das umgestellt, machen nicht mehr den Online-GB, sondern ein PDF mit ein paar Gustostückerln. Da konnten wir viel sparen. Im Verhältnis zu den Zugriffsraten hat sich der Online-GB nicht gerechnet.
Cafe BE: Wieviele Stück druckt Wienerberger physisch?
Braunöck: Rund 20.000, etwas mehr in englisch als in deutsch. Ein paar tausend Stück werden direkt über uns bestellt.
Melzer: Wenn ich mir den Geschäftsbericht von einem Unternehmen ansehe, dann mache ich das nicht online. Ich will das blättern können, in der Hand haben. Die Idee des Online-GB mit Querverweisen ist recht gut, aber aus meiner Sicht funktioniert das nicht, ich kann mir zB auf eine elektronische Sache keine Notizen machen.
Cafe BE: Wieviel Zeit fliesst bei Brain Force in den GB?
Melzer: Ich würde sagen, dass wir ein Monat ziemlich intensiv daran arbeiten. Wir haben ein schiefes Wirtschaftsjahr, wollen immer vor Weihnachten fertig sein. Da arbeiten im Unternehmen drei Leute sehr intensiv daran: Mein Konsolidierer für das Zahlenwerk und den Anhang, dann der Treasury-Mitarbeiter für den Text, mein Job ist das Redigieren und das Einbringen von ein paar Ideen. Unsere Marketingabteilung in Deutschland setzt den GB inhouse. Für uns ist das ein grosser Aufwand, 100 Seiten Information liefern ein Riesenpotenzial an möglichen Fehlern.
Cafe BE: Wieviel Stück machen Sie physisch?
Melzer: Unter 1000, einige hundert in englisch. Die brauchen wir für unsere Tochtergesellschaften und die brauchen das wiederum für die Kunden. In den drei Jahren, in denen ich bei Brain Force bin, hatte ich noch keinen einzigen englischsprachigen Investorenkontakt. Wir konzentrieren uns ganz klar auf Deutschland und Österreich.
Schabhüttl: Bei uns ist es ebenso ein intensives Thema, beginnt im Dezember, endet mit dem Druck Anfang Mai. Aktuell produzieren wir 600 Stück, das hat sich immer weiter reduziert. Auch wir produzieren alles selbst, ganz ohne externe Dienstleistung. Zuständig sind IR und Controlling, dazu eine Abstimmungsrunde mit dem Marketing. Marketing wird wichtiger, weil der GB vom Finanzinformationsinstrument auch zum Marketinginstrument wird. Die Möglichkeiten sind ja vielfältig. Online haben wir auch ein PDF mit ein wenig Navigation, ein weiterer Aufwand würde nicht in Relation stehen. Eine Agentur wickelt uns das dann mit Druck und so ab.
Der komplette Text im Zusammenhang: http://www.be24.at/blog/entry/660925
Mehr zum Cafe BE unter http://www.boerse-express.com/cafebe
Bilder vom Talk am 9.6.: http://www.boerse-express.com/cat/diashow/slidepage/660517
Cafe BE: Neues Thema, der Geschäftsbericht. Wieviele Ressourcen werden da investiert bei Wienerberger?
Braunöck: Relativ viele Ressourcen, die Endverantwortung liegt bei mir, inhaltlich in Abstimmung mit dem Vorstand und Controlling. Wir beginnen im Dezember mit den Vorbereitungen, veröffentlicht wird er im März. Dazwischen absorbiert der Geschäftsbericht gut und gerne zwei Drittel unserer Zeit.
Cafe BE: Der gesamten IR-Abteilung?
Braunöck: Ja, das muss alles abstimmt werden, geschrieben werden, übersetzt werden, die Zeit fliesst eigentlich mehr in die Korrekturarbeiten ein.
Cafe BE: Und wie läuft der optische Kreativprozess, da gibt es ja recht nette Stücke, auch der von Wienerberger kann ja einiges ...
Braunöck: Das wird mit der Agentur abgestimmt, das kreative Briefing kommt zunächst einmal von mir. Vorschläge werden dem Vorstand präsentiert, der entscheidet dann, welche Variante wir machen.
Cafe BE: Und auch hier die Frage nach der Dimension. Ist der Kostenrahmen über die Jahre stabil geblieben?
Braunöck: Wir haben das Budget für den Geschäftsbericht gekürzt, also ein bisschen weniger Aufwand, zB bei Fotostrecken, aber insgesamt genauso viel Arbeit.
Cafe BE: Inwieweit ist der Online-Geschäftsbericht eine wesentliche Karte geworden?
Braunöck: Ich persönlich sehe das nicht. Wir haben sehr geringe Zugriffsraten auf den Online-GB. Das mag auch daran liegen, dass sämtliche Informationen ohnedies auch auf der IR-Homepage stehen. Der Online-GB ist eine Zusatzübung, die nicht intensiv genützt wird.
Cafe BE: Dafür merken wir selbst dieser Tage, dass die Geschäftsberichte als simples PDF, sei es nun über unser Digital Paper-Tool auf Issuu oder in der IReport-App für das iPad, stark gelesen werden. Ihr seid ja mit Wienerberger, danke dafür, dabei, 5500 Abrufe in einem Monat für den GB 2010 ist eine schöne Zahl. Ich selbst hab ihn auch auf dem iPad durchgewischt und kenn ich daher gut ...
Melzer: PDF ist gut, den alternativen Online-GB braucht man eigentlich eher, um bei Awards dabei zu sein. Ich finde, das ist eine absurde Entwicklung. Ich selbst stelle auch das PDF online, wir sind ja auch bei Euch in der App dabei. Die Tablet-PCs haben das PDF greifbarer gemacht.
Braunöck: Wir haben das umgestellt, machen nicht mehr den Online-GB, sondern ein PDF mit ein paar Gustostückerln. Da konnten wir viel sparen. Im Verhältnis zu den Zugriffsraten hat sich der Online-GB nicht gerechnet.
Cafe BE: Wieviele Stück druckt Wienerberger physisch?
Braunöck: Rund 20.000, etwas mehr in englisch als in deutsch. Ein paar tausend Stück werden direkt über uns bestellt.
Melzer: Wenn ich mir den Geschäftsbericht von einem Unternehmen ansehe, dann mache ich das nicht online. Ich will das blättern können, in der Hand haben. Die Idee des Online-GB mit Querverweisen ist recht gut, aber aus meiner Sicht funktioniert das nicht, ich kann mir zB auf eine elektronische Sache keine Notizen machen.
Cafe BE: Wieviel Zeit fliesst bei Brain Force in den GB?
Melzer: Ich würde sagen, dass wir ein Monat ziemlich intensiv daran arbeiten. Wir haben ein schiefes Wirtschaftsjahr, wollen immer vor Weihnachten fertig sein. Da arbeiten im Unternehmen drei Leute sehr intensiv daran: Mein Konsolidierer für das Zahlenwerk und den Anhang, dann der Treasury-Mitarbeiter für den Text, mein Job ist das Redigieren und das Einbringen von ein paar Ideen. Unsere Marketingabteilung in Deutschland setzt den GB inhouse. Für uns ist das ein grosser Aufwand, 100 Seiten Information liefern ein Riesenpotenzial an möglichen Fehlern.
Cafe BE: Wieviel Stück machen Sie physisch?
Melzer: Unter 1000, einige hundert in englisch. Die brauchen wir für unsere Tochtergesellschaften und die brauchen das wiederum für die Kunden. In den drei Jahren, in denen ich bei Brain Force bin, hatte ich noch keinen einzigen englischsprachigen Investorenkontakt. Wir konzentrieren uns ganz klar auf Deutschland und Österreich.
Schabhüttl: Bei uns ist es ebenso ein intensives Thema, beginnt im Dezember, endet mit dem Druck Anfang Mai. Aktuell produzieren wir 600 Stück, das hat sich immer weiter reduziert. Auch wir produzieren alles selbst, ganz ohne externe Dienstleistung. Zuständig sind IR und Controlling, dazu eine Abstimmungsrunde mit dem Marketing. Marketing wird wichtiger, weil der GB vom Finanzinformationsinstrument auch zum Marketinginstrument wird. Die Möglichkeiten sind ja vielfältig. Online haben wir auch ein PDF mit ein wenig Navigation, ein weiterer Aufwand würde nicht in Relation stehen. Eine Agentur wickelt uns das dann mit Druck und so ab.
Der komplette Text im Zusammenhang: http://www.be24.at/blog/entry/660925
Mehr zum Cafe BE unter http://www.boerse-express.com/cafebe
Bilder vom Talk am 9.6.: http://www.boerse-express.com/cat/diashow/slidepage/660517