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Austro-Aktien im Japan-Feuer
Angeführt von den grossen europäischen Kernkraftwerksbetreibern zählen klassische Energieversorger heute zu den grossen Verlierern des Tages.
Dies, obwohl die Strompreise das genaue Gegenteil zur Kursentwicklung anzeigen. Doch speziell der Atom-Konsens in Deutschland scheint zu bröckeln. Durchaus möglich, dass die erst jüngst vereinbarte Verlängerung der Betriebsgenehmigungen für deutsche Atommeiler wieder rückgängig gemacht bzw. adaptiert wird.
Das trifft natürlich die AKW-Betreiber, da diese um die Möglichkeit kommen, billigen Strom zu erzeugen (unter Ausserachtlassung etwa von Folgekosten). Die dadurch gebrauchten zusätzlichen Erzeugungskapazitäten werden vor allem durch Gas-Kombi-Kraftwerke geschlossen werden, die deutlich teurer produzieren als Atommeiler. Und auch mehr CO2 ausstossen. Britische Gaspreise steigen heute bereits, wie auch die Kosten für CO2. Entsprechend teilt sich die Strombranche derzeit in die Verlierer AKW-Betreiber und die Gewinner aus dem Bereich der Erzeugung aus Erneuerbarer Energie. Zu letzterer Gruppe wird tendenziell auch der Verbund wegen seiner Produktionsbasis aus Wasserkraft gezählt. Die EVN ist zwar kein AKW-Betreiber, muss aber als Vor-allem-Verteil-Unternehmen Strom zukaufen. Da dieser teurer wird, wird die EVN heute billiger ...
Billiger werden heute auch Luxusaktien wie Wolford. Auch hier liegt der Grund in den Folgen der aktuellen Katastrophen. Denn Japans Kosumenten sind für etwa zwölf Prozent des weltweiten Branchenabsatzes verantwortlich, während die Wirtschaftsleistung des Inselstaates eigentlich bei unter neun Prozent liegt. Nach all den aktuellen Ereignissen wird Japans Nachfrage sicher einige Zeit darben, womit dann auch die bisherige Prognose des Consulters Bain & Company in Frage gestellt wird: Laut dieser wächst der Luxusmarkt heuer um drei bis fünf Prozent.
Stark unter Druck sind heute auch Pkw-Zulieferer wie Polytec. Das, nachdem etliche japanische Unternehmen ihre Produktion stoppen mussten. Viele Fabriken wurden zerstört bzw. können nicht produzieren, da der Strom ausfiel.
Toyota Motor etwa kündigte einen Produktionsstopp bis zumindest Mittwoch in all seinen japanischen Fabriken an. Auch Daihatsu Motor und Hino Motors wollen dem Beispiel folgen, Isuzu Motors plant bereits mit einem Stillstand bis Freitag, wie auch Honda. Werden keine Pkw produziert, werden auch keine Zulieferteile benötigt, so die einfach Gleichung an der Börse.
Die aktuell negativ Stimmung Zulieferern gegenüber könnte aber schnell ins Gegenteil drehen. Mittlerweile gibt es Schätzungen, dass Japans Pkw-Fabriken für drei Monate still stehen könnten, was durch die Auslands-Produktionseinheiten nicht abgefedert werden kann. Dann würde der Absatz von bis zu 1,5 Mio. Pkw zu anderen Herstellern wandern. Wie auch immer: In Summe der Branche handelt es sich bei Zulieferern um verschobene, nicht aufgehobene Geschäfte ...
Wie hoch die Schäden wirklich sind, ist bisher natürlich reine Schätzung, mehrere Dutzend Milliarden werden aber erwartet. Besonders stark unter Druck gerieten angesichts der immensen Schäden die Aktien von Versicherern. Hier wurde im Laufe des Tages aber mehr und mehr unterschieden: Rückversicherer gerieten stärker unter Druck, während sich der klassische Erstversicherer erholte - hat er sich doch beim Rückversicherer in der Regel abgesichert. Auch bleibt abzuwarten, wieviele der Schäden auch wirklich versichert sind - Beispiel Kobe 1995: Bei dem Beben entstand ein volkswirtschaftlicher Schaden von 100 Mrd. Dollar, die weltweiten Versicherer mussten aber nur drei Milliarden davon tragen. Die wirtschaftlichen Schäden der aktuellen Katastrophe veranschlagt der Chefvolkswirt von Credit Suisse Japan, Hiromichi Shirakawa, insgesamt auf rund 180 Mrd. Dollar.
Dies, obwohl die Strompreise das genaue Gegenteil zur Kursentwicklung anzeigen. Doch speziell der Atom-Konsens in Deutschland scheint zu bröckeln. Durchaus möglich, dass die erst jüngst vereinbarte Verlängerung der Betriebsgenehmigungen für deutsche Atommeiler wieder rückgängig gemacht bzw. adaptiert wird.
Das trifft natürlich die AKW-Betreiber, da diese um die Möglichkeit kommen, billigen Strom zu erzeugen (unter Ausserachtlassung etwa von Folgekosten). Die dadurch gebrauchten zusätzlichen Erzeugungskapazitäten werden vor allem durch Gas-Kombi-Kraftwerke geschlossen werden, die deutlich teurer produzieren als Atommeiler. Und auch mehr CO2 ausstossen. Britische Gaspreise steigen heute bereits, wie auch die Kosten für CO2. Entsprechend teilt sich die Strombranche derzeit in die Verlierer AKW-Betreiber und die Gewinner aus dem Bereich der Erzeugung aus Erneuerbarer Energie. Zu letzterer Gruppe wird tendenziell auch der Verbund wegen seiner Produktionsbasis aus Wasserkraft gezählt. Die EVN ist zwar kein AKW-Betreiber, muss aber als Vor-allem-Verteil-Unternehmen Strom zukaufen. Da dieser teurer wird, wird die EVN heute billiger ...
Billiger werden heute auch Luxusaktien wie Wolford. Auch hier liegt der Grund in den Folgen der aktuellen Katastrophen. Denn Japans Kosumenten sind für etwa zwölf Prozent des weltweiten Branchenabsatzes verantwortlich, während die Wirtschaftsleistung des Inselstaates eigentlich bei unter neun Prozent liegt. Nach all den aktuellen Ereignissen wird Japans Nachfrage sicher einige Zeit darben, womit dann auch die bisherige Prognose des Consulters Bain & Company in Frage gestellt wird: Laut dieser wächst der Luxusmarkt heuer um drei bis fünf Prozent.
Stark unter Druck sind heute auch Pkw-Zulieferer wie Polytec. Das, nachdem etliche japanische Unternehmen ihre Produktion stoppen mussten. Viele Fabriken wurden zerstört bzw. können nicht produzieren, da der Strom ausfiel.
Toyota Motor etwa kündigte einen Produktionsstopp bis zumindest Mittwoch in all seinen japanischen Fabriken an. Auch Daihatsu Motor und Hino Motors wollen dem Beispiel folgen, Isuzu Motors plant bereits mit einem Stillstand bis Freitag, wie auch Honda. Werden keine Pkw produziert, werden auch keine Zulieferteile benötigt, so die einfach Gleichung an der Börse.
Die aktuell negativ Stimmung Zulieferern gegenüber könnte aber schnell ins Gegenteil drehen. Mittlerweile gibt es Schätzungen, dass Japans Pkw-Fabriken für drei Monate still stehen könnten, was durch die Auslands-Produktionseinheiten nicht abgefedert werden kann. Dann würde der Absatz von bis zu 1,5 Mio. Pkw zu anderen Herstellern wandern. Wie auch immer: In Summe der Branche handelt es sich bei Zulieferern um verschobene, nicht aufgehobene Geschäfte ...
Wie hoch die Schäden wirklich sind, ist bisher natürlich reine Schätzung, mehrere Dutzend Milliarden werden aber erwartet. Besonders stark unter Druck gerieten angesichts der immensen Schäden die Aktien von Versicherern. Hier wurde im Laufe des Tages aber mehr und mehr unterschieden: Rückversicherer gerieten stärker unter Druck, während sich der klassische Erstversicherer erholte - hat er sich doch beim Rückversicherer in der Regel abgesichert. Auch bleibt abzuwarten, wieviele der Schäden auch wirklich versichert sind - Beispiel Kobe 1995: Bei dem Beben entstand ein volkswirtschaftlicher Schaden von 100 Mrd. Dollar, die weltweiten Versicherer mussten aber nur drei Milliarden davon tragen. Die wirtschaftlichen Schäden der aktuellen Katastrophe veranschlagt der Chefvolkswirt von Credit Suisse Japan, Hiromichi Shirakawa, insgesamt auf rund 180 Mrd. Dollar.