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Schenz: Wirtschaftsskandale schaden Finanzplatz Österreich

Der Kapitalmarktbeauftragte des Finanzministeriums, Richard Schenz, sieht durch die Wirtschaftsskandale den Finanzplatz Österreich beschädigt. "In letzter Zeit ist da viel zusammengekommen. Die Skandale schaden dem Finanzplatz", so Schenz im Interview mit dem "Kurier" (Mittwochausgabe), in dem er auf die Skandale rund um Hypo, MEL, Immofinanz oder AWD angesprochen wurde. Mit den Prozessen komme aber sicher mehr Ethik in die Wirtschaft.

Auch Aufsichtsräte könnten zur Verantwortung gezogen werden, wie es bei Libro schon geschehe. "Informationen sind auch eine Holschuld des Aufsichtsrates, nicht nur eine Bringschuld des Vorstandes. Es ist die Gier, die manche Vorstände und Aufsichtsräte zu manchen Aktionen verleitet hat".

Die Qualität der heimischen Aufsichtsräte habe sich maßgeblich gebessert, es gebe aber noch Potenzial. "Aufsichtsratstätigkeit ist Arbeit, Verantwortung und Haftung und kein Kaffeekränzchen zum Netzwerken", so Schenz. Der Anteil der unabhängigen Aufsichtsräte solle steigen.

Gesetzliche Frauenquoten für Aufsichtsräte lehnt der Kapitalmarktbeauftragte ab, aber er unterstütze Bemühungen für Frauen, "wenn sie geeignet sind", so Schenz. "Man darf nicht nur dann in den Aufsichtsrat, weil man ein verdienter älterer Herr ist. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Firmen im Corporate-Governance-Bericht erklären müssen, warum nicht mehr Frauen im Aufsichtsrat sind."