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Rechnungshof sieht Skylink-Kostenexplosion schärfer, Flughafen nicht

Rechnungshof (RH) und Flughafen kommen zu unterschiedlichen Summen, wenn es um die Kostenexplosion beim Terminalbau Skylink geht. So heißt es in einer weiteren teilveröffentlichten Passage, die aus dem Rohbericht (heute in der Gratiszeitung "Heute") faksimiliert wurde: "... Planungs-, Koordinations- und Durchführungsmängel verzögern nicht nur die Fertigstellung um rund 4,5 Jahre; die geschätzten Kosten erreichen - unter Einrechnung aller im Zusammenhang mit dem Skylink stehenden Investitionen - mehr als 952 Mio. Euro und haben sich damit im Vergleich zu den ersten Schätzungen (402 Mio. Euro) mehr als verdoppelt. Damit geraten die Gesamtinvestitionen an die Grenzen der Wirtschaftlichkeit."

Flughafen-Sprecher Peter Kleemann bekräftigte heute erneut die Position des Vorstands, die auch dem Rechnungshof für den Endbericht übermittelt wurde: Die Kosten für die Terminalerweiterung lägen bei 830 Mio. Euro, mit dem Ziel, diese Summe zu unterschreiten. Und der Bau sei weiter wirtschaftlich.

Die vom RH genannten darüber hinausgehenden Summen beinhalteten, so Kleemann zur APA, nicht unmittelbar mit Skylink zusammenhängende Kosten für "Sonderprojekte" (wie Leitsysteme etc.). Diese kämen dem ganzen Flughafen zugute und nicht nur dem neuen Terminal und würden zum Teil auch von Dritten bezahlt. Daher seien die auch nicht auf das Skylink-Budget aufzuschlagen, argumentiert der Flughafen. Auch andere Airports würden dies bei ihren Bauprojekten so handhaben.

Dass der Flughafen Sonderprojekte "ausgelagert" hat, wird seit längerem diskutiert. Eine Zeitlang war von 150 Mio. Euro die Rede. Der Flughafen hat sich bisher nicht über diese intern so genannten "Schnittstellenkosten" geäußert. Neuerlich zurückgewiesen wurden Vorwürfe, der Terminalbau würde sich nicht rechnen. Laut Kleemann gingen entsprechende Warnungen des Rechnungshofs aus der Sicht von 2009 aus, als die Passagierzahlen rückläufig waren.

Im Bericht werden auch die hohen Managergagen kritisiert. Der Flughafensprecher argumentierte, dass die Vorstandsbezüge im unteren Drittel der ATX-Unternehmen lag.

Wie berichtet sollen im Aufsichtsrat am 24. November Konsequenzen aus dem Skylink-Debakel behandelt werden. Es werden Vorstandskonsequenzen erwartet. Ein weiterer Aufsichtsratstermin ist nach APA-Informationen für Mitte Dezember anberaumt.

(APA)

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