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Presse: Neue Gefahr für SAP und Oracle

Walldorf (aktiencheck.de AG) - Der amerikanische IT-Dienstleister Rimini Street sieht eine stark steigende Nachfrage nach seinen Angeboten. "Das Interesse in Deutschland und Europa hat unsere Erwartungen weit übertroffen", sagte Rimini-Chef Seth Ravin gegenüber der Wirtschaftszeitung "EURO am Sonntag".

Rimini Street übernimmt für Unternehmen die Wartung ihrer Firmensoftware. Dazu gehört etwa die Anpassung der Systeme an Steueränderungen. Man führe "zahlreiche Gespräche mit deutschen Unternehmen, die SAP einsetzen". Für die kommenden Monate erwartet Ravin starkes Wachstum. Bis Ende 2010 wolle man die Kundenzahl "auf 400 verdoppeln". Dazu werde man weltweit expandieren. Allein in Europa seien drei neue Supportzentren in London, Amsterdam und München geplant. Ravin sagte, viele Unternehmen suchten derzeit nach Einsparmöglichkeiten. Zudem beobachte er ein "hohes Maß an Unzufriedenheit mit der SAP AG (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) und der Oracle Corp. (ISIN US68389X1054/ WKN 871460)". Beide verbuchten hohe Margen und verfügten inzwischen über eine "monopolähnliche Stellung". Das komme bei vielen Firmen "nicht gut an". Laut Analysten ist Rimini in der Regel um die Hälfte günstiger als Oracle oder SAP.

Sollte das Geschäft um alternative Wartungsangebote tatsächlich in Gang kommen, könnte dies für SAP und Oracle weitreichende Folgen haben. So machte Oracle zuletzt gut die Hälfte des Konzernumsatzes von rund 23,5 Mrd. Dollar mit Wartung. Rimini Street gilt als möglicher Kandidat für die Übernahme der SAP-Wartung beim Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610). Dazu lehnte Ravin jeden Kommentar ab. Siemens hatte den Wartungsvertrag mit SAP unlängst gekündigt. SAP bemüht sich derzeit intensiv um eine Verlängerung.

Die Aktie von SAP notiert aktuell mit einem Plus von 0,38 Prozent bei 33,21 Euro. (06.10.2009/ac/n/d)

Relevante Links: SAP SE, Oracle Corporation, Siemens AG