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Wiener Börse (Mittag) - ATX über zwei Prozent im Minus / Schwächelnde Konjunkturdaten belasten zusätzlich - Ölwerte schwächer

Die Wiener Börse hat sich am Freitag zu Mittag weiterhin mit schwächeren Kursen gezeigt. Der heimische Leitindex ATX gab bis kurz nach 12 Uhr um 2,12 Prozent auf 2.773,12 Einheiten nach. Der breiter gefasste ATX Prime fiel um 2,04 Prozent auf 1.402,73 Punkte.

Damit startete der heimische Aktienmarkt nicht mit der erhofften Erholungsbewegung in den Herbst - schwache Vorgaben aus den USA und Asien, Rezessionsängste und Zinssorgen sowie starke geopolitische Spannungen sorgen für eine weitere Marktabschwächung.

Ein weiterer Dämpfer kam am Vormittag von Datenseite: Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im September weiter verschlechtert. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel zum Vormonat um 0,7 Punkte auf 48,2 Zähler. Der Indikator liegt damit so tief wie seit 20 Monaten nicht mehr. Zudem wird die Wachstumsschwelle von 50 Punkten klar unterschritten, was auf eine schrumpfende Wirtschaft hindeutet.

"Im Euroraum stehen die Zeichen auf Rezession. Besonders kritisch ist die Lage in der Industrie. Die massiv gestiegenen Strom- und Gaspreise machen die Produktion mancher Güter unrentabel, sodass diese von den Unternehmen trotz ausreichender Aufträge heruntergefahren wird. Gleichzeitig lässt die Unsicherheit über die künftige Gasversorgung die Unternehmen vorsichtiger werden, was für weniger Investitionen spricht", schreibt Christoph Weil von der Commerzbank in einer ersten Reaktion.

Zudem bekomme der Dienstleistungssektor den massiven Anstieg der Verbraucherpreise und den damit verbundenen Verlust an Kaufkraft, der den privaten Haushalten die Kauflaune verdirbt, massiv zu spüren, so der Ökonom weiter.

In Wien gab es vor dem Wochenende Kursverluste quer durch alle Branchen zu sehen. Am deutlichesten ging es im Sektorvergleich jedoch bisher für Ölwerte bergab. Schoeller Bleckmann (minus 5,6 Prozent) und OMV (minus 4,8 Prozent) rutschten deutlich nach unten. Die kräftigsten Abschläge verbuchten bisher aber UBM mit minus 10,3 Prozent.

Auch Banken waren großteils unter Abgabedruck. Erste Group fielen um 2,6 Prozent, BAWAG verloren 1,8 Prozent. Raiffeisen Bank International ermäßigten sich um 0,9 Prozent, konnten aber einige Verlaufsverluste wettmachen. Addiko drehten gegen den Trend ins Plus und gewannen rund ein Prozent an Wert.

kat/spa

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