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Wiener Börse 2 - Marinomed mit Kurssprung von 8,7 Prozent / ATX büßt Verlaufsgewinne großteils ein - Aber ATX-Wochenplus von 3,8 Prozent -Schoeller-Bleckmann erneut stark gesucht - Erste Group gibt nach

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag etwas fester beendet. Der heimische Leitindex ATX schloss mit einem Aufschlag von 0,41 Prozent auf 3.219,04 Einheiten, musste aber einen großen Teil seiner Verlaufsgewinne wieder abgeben. Dennoch verbuchte das wichtigste heimische Aktienbarometer ein Wochenplus von 3,8 Prozent. Der marktbreitere ATX Prime legte zum Wochenausklang um 0,42 Prozent auf 1.618,85 Zähler zu.

Die wichtigsten europäischen Indizes folgten am Freitag einem ähnlichen Kursverlauf wie der ATX - am Nachmittag und mit einer schwächelnden Wall Street ging es für die meisten Börsen abwärts, am Ende stand ein deutlich kleinere Plus. Unterstützung für die Börsen hatten im Tagesverlauf Konjunkturmaßnahmen in China geliefert. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hatte die Notenbank einen Zinssatz für langfristige Immobiliendarlehen gesenkt, das hatte von Fernost bis Europa für steigende Kurse gesorgt.

Mit der Maßnahme soll die aktuelle Abschwächung der Konjunktur gebremst werden. "Die Entscheidung der chinesischen Banken, den Leitzins für fünfjährige Kredite zu senken, trug zur positiven Entwicklung risikoreicher Anlagen bei", bestätigten auch die Marktexperten der UniCredit.

Die Gesamtlage am Markt bleibt nach Ansicht von Experten - und wie sich auch am Nachmittag zeigte - weiterhin volatil. "Sorgen vor zu stark steigenden Leitzinsen und Renditen, die wiederum die konjunkturelle Entwicklung gefährden, halten die Finanzmärkte in Schach - ebenso wie die hohe Inflation und die gestörten Lieferketten. Daran wird sich kurzfristig vermutlich nichts ändern und so ist von einer anhaltend hohen Volatilität auszugehen", schrieb Ralf Umlauf von der Helaba.

In Wien gingen die Papiere von Marinomed förmlich durch die Decke - die Aktien beendeten die Sitzung um 8,7 Prozent bzw. sechs Euro höher, hatten aber zwischenzeitlich sogar rund 13 Prozent bzw. neun Euro an Kurswert gewonnen. Die Biotechnologie-Firma hat eine Lizenzvereinbarung mit dem US-Konsumgütergiganten Procter & Gamble abgeschlossen. Die Vereinbarung betrifft die USA und bestimmte medizinische Marinomed-Produkte, die durch mehrere Patente geschützt sind. Erste Group-Analystin Vladimira Urbankova bewertet die Ankündigung als "positive Überraschung für die Marktteilnehmer" und verweist auf den derzeit niedrigen Kurs der Titel, der sich auf einem einladenden Niveau befinde - ihre Anlageempfehlung "Buy" bleibe angesichts dieser Entwicklung aufrecht.

Im Branchenvergleich konnten auch Ölwerte aufzeigen. Schoeller-Bleckmann hatten bereits am Donnerstag nach Bekanntgabe von Quartalsergebnissen fast acht Prozent zugelegt, am Freitag kamen weitere 8,2 Prozent dazu. Der niederösterreichische Ölfeldausrüster hatte bei allen wesentlichen Kennzahlen im Auftaktquartal 2022 kräftig zulegen können. Auch Branchenkollege OMV verbesserte sich vor dem Wochenende um gut zwei Prozent.

Banken konnten am Freitag mehrheitlich nicht mithalten: BAWAG schlossen zwar um 0,4 Prozent höher, mussten aber die Verlaufsgewinne großteils abgeben. Raiffeisen Bank International rutschten ins Minus und gingen um 0,7 Prozent tiefer aus dem Handel. Erste Group hatten im gesamten Verlauf geschwächelt und büßten 1,9 Prozent ein. Auch Feuerwehrausrüster Rosenbauer gaben 3,1 Prozent nach - die Titel wurden allerdings am heutigen Freitag ex-Dividende gehandelt.

kat/ste

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