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Aktien Frankfurt: Dax ringt mit 14 000-Punkte-Marke - Warten auf EZB-Sitzung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach seinem Erholungsversuch am Vortag ist der Dax am Mittwoch wieder zurückgefallen. Zur Mittagsstunde sank der deutsche Leitindex um 0,92 Prozent auf 13 995 Punkte und damit wieder unter die runde Marke von 14 000 Punkten. Vor der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am morgigen Donnerstag hielten sich die Anleger zurück, hieß es aus dem Handel.

Mit einem Minus von 0,70 Prozent verbuchte der MDax beim Stand von 30 193 Punkten nicht ganz so hohe Verluste wie der Dax. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,7 Prozent.

Tags zuvor hatte sich der Dax nach einem anfänglichen Rutsch bis auf 13 887 Punkte schnell gefangen und war bei einem nur noch moderaten Minus wieder über 14 100 Punkte zurückgekehrt. Damit habe der Dax ein erstes Ausrufezeichen gesetzt, kommentierten die Charttechnik-Experten der UBS. Weitere Anstrengungen seien aber erforderlich, damit sich das Chartbild wieder aufhelle.

An der Wall Street zeigte sich am Vortag indes ein gegensätzliches Bild: Es gab zunächst eine Erholung, die dann aber für Verkäufe genutzt wurde. Zwar waren die Verbraucherpreise im März in der Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel nicht ganz so deutlich gestiegen wie erwartet, insgesamt kletterte die Teuerung aber auf das höchste Niveau seit 40 Jahren. Steigende Ölpreise trieben die Anleger dann wieder in die Defensive.

Im Bankensektor richten sich die Blicke am Mittwoch gen USA, wo JPMorgan die Berichtssaison der Investmentbanken eröffnet. "Die gestiegenen Rohstoffpreise und der sehr enge US-Arbeitsmarkt werden Spuren in den Bilanzen hinterlassen haben", schrieb Comdirect-Experte Andreas Lipkow zu den anstehenden Quartalsberichten. In seinen Augen werden die US-Unternehmenszahlen auch den deutschen Kapitalmarkt maßgeblich beeinflussen. Dem Dax räumt er am Mittwoch durchaus noch Luft nach oben ein.

"Die Unternehmenszahlen aus den USA sind ein Punkt, aber kein entscheidender", argumentiert indes Robert Halver, Marktstratege der Baader Bank. Wichtiger sei, was die Europäische Zentralbank morgen kommuniziere. Über allem hänge derweil die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und neuen möglichen Sanktionen. Deshalb halte sich die Risikobereitschaft vor den Osterfeiertagen in Grenzen.

Am deutschen Kapitalmarkt sorgten vor allem Analystenmeinungen für Bewegung. Von der Investmentbank Stifel gestrichene Kaufempfehlungen für die Papiere des Versorgers Eon und des Chemiekonzerns Covestro zogen hohe Kursverluste für die beiden Werte nach sich. Auch Adidas gaben unter den schwächsten Dax-Werten um 3,6 Prozent nach. Eine Abstufung durch die Baader Bank auf "Reduce" wirkte negativ.

Im MDax katapultierte ein angehobener Ausblick die Aktien des Düngerherstellers K+S an die Spitzenposition. K+S ist seit geraumer Zeit Nutznießer starker Agrarmärkte sowie hoher Kalipreise infolge der Sanktionen des Westens gegen Belarus und Russland. Mit einem Plus von mehr als 4,8 Prozent stieg die Aktie auf den höchsten Stand seit 2015.

Für die Papiere des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 ging es im SDax hingegen noch weiter bergab. Nach Absatz- und Ankaufszahlen für das erste Quartal rutschten die Papiere um 7,3 Prozent ab./jcf/ajx/stk

--- Von Jan Christoph Freybott, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  EU0009658145  DE0008467416

AXC0156 2022-04-13/12:17

Relevante Links: AUTO1 Group SE, adidas AG, E.ON SE, K+S Aktiengesellschaft, JP Morgan Chase & Co., Covestro AG

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