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DGAP-News: Deutsch-australische First Tin läutet die Glocke an der London Stock Exchange (deutsch)

Deutsch-australische First Tin läutet die Glocke an der London Stock Exchange

DGAP-News: Goldinvest Consulting GmbH / Schlagwort(e):
Börsengang/Nachhaltigkeit
Deutsch-australische First Tin läutet die Glocke an der London Stock
Exchange

08.04.2022 / 07:15
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

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Am heutigen Freitag wird die First Tin Limited (LSE: 1SN; FRA: 1SN) ihr
Börsendebüt in London feiern. Man kann mit Fug und Recht von einem
deutsch-australisch-britischen Joint Venture sprechen: An der Spitze steht
der ehemalige Aurubis-Vorstand Dr. Thomas Bünger (54), die beiden am
weitesten fortgeschrittenen Zinnprojekte des Unternehmens befinden sich in
Deutschland und Australien und die Gründer sowie der Großteil der Investoren
sitzen in der Londoner City.

First Tin hat sich für seinen Börsengang 20 Millionen Pfund (umgerechnet
etwa 24 Millionen Euro) gesichert, mit denen das Unternehmen zwei
Machbarkeitsstudien und ein Bohrprogramm bis zum Baubeschluss im Jahr 2024
finanzieren kann. Das Unternehmen beabsichtigt, die sich abzeichnende
Knappheit auf dem Zinnmarkt zu nutzen, um seine beiden fortgeschrittenen
Projekte in Deutschland und Australien bis 2025 zur Produktionsreife zu
bringen.

Das Tellerhäuser-Projekt in Sachsen hat eine Geschichte, die bis in die
DDR-Zeit zurückreicht; das zweite Projekt, Taronga, befindet sich in New
South Wales, Australien. Die Newmont Corporation (NYSE: NEM, TSX: NGT) besaß
und entwickelte das Taronga-Projekt bereits Mitte der 1980er Jahre, doch der
Zusammenbruch des Zinnkartells und des Zinnpreises im Jahr 1985 veranlasste
Newmont zum Rückzug. Mit den beiden Projekten Tellerhauser und Taronga will
First Tin beweisen, dass Zinn "grün" sein kann - konfliktfrei, zuverlässig
und ESG-konform. Das Motto des Unternehmens lautet "Nachhaltiges Zinn für
eine erneuerbare Zukunft".

Zinn ist der Klebstoff der Energiewende

Warum ist Zinn so wichtig? Zinn ist ein relativ seltenes Element mit einem
Vorkommen in der Erdkruste von etwa 2 Teilen pro Million (ppm), verglichen
mit 94 ppm für Zink und 63 ppm für Kupfer. Bei einem heutigen Preis von über
40.000 $ pro Tonne ist Zinn etwa viermal so wertvoll wie Kupfer mit etwa
10.000 $ pro Tonne.

Wird Zinn nicht in Blechdosen verwendet? Stimmt, aber es ist vor allem das
wachsende weltweite Interesse an erneuerbaren Energien und
Elektrofahrzeugen, das in den kommenden Jahren für einen weiterhin starken
Zinnmarkt sorgen dürfte. Mit einer Jahresproduktion von rund 380.000 Tonnen
gehört Zinn zwar zu den Nischenrohstoffen, aber das ändert nichts an seiner
strategischen Bedeutung. "Zinn ist der Klebstoff der Energiewende", sagt
Thomas Bünger. Es ist kein Zufall, dass Deutschland und die USA Zinn zu
einem strategischen Rohstoff erklärt haben. Das Beispiel der
Automobilindustrie macht deutlich, warum das so ist: Ein benzinbetriebenes
Auto benötigt heute durchschnittlich 400 Gramm Zinn, ein vergleichbares
Elektroauto dagegen die dreifache Menge Zinn, rund 1,2 Kilogramm. Bünger
rechnet mit einem zusätzlichen Bedarf von bis zu 100.000 Tonnen Zinn in den
kommenden Jahren, glaubt aber nicht, dass der Markt diese Mengen in kurzer
Zeit, geschweige denn nachhaltig bereitstellen kann.

Schätzungsweise 75 Prozent der Zinnproduktion stammen aus so genannten
Placer-Lagerstätten, u. a. vor den Küsten Indonesiens und Malaysias, wo Zinn
mit schwimmenden Saugbaggern vom Meeresboden abgebaut wird. Dies ist nicht
nur nicht umweltfreundlich, sondern schafft auch eine gefährliche
Abhängigkeit. Immer wieder droht die indonesische Regierung mit einem
Exportstopp, wie sie es auch bei Kupfer und Nickel getan hat. Aus
verständlichen Gründen hat Indonesien ein großes Interesse daran, die
Produktion von Zinnprodukten mit höherer Wertschöpfung ins Land zu holen. Im
November 2021 erklärte der indonesische Präsident Joko Widodo, dass er die
Ausfuhr von unverarbeitetem Zinnerz bis 2024 verbieten wolle. Nur der
kleinere Teil der primären Zinnproduktion stammt aus dem konventionellen
Bergbau, wie er von First Tin geplant ist.

Drei börsennotierte Zinnprojekte in Europa

Weder in Europa noch in Nordamerika gibt es derzeit eine Primärproduktion
von Zinn im Bergbau. Und in die Erschließung von Zinnvorkommen in Europa
wurde seit Jahrzehnten nicht mehr investiert. Das ändert sich gerade jetzt
rapide. Fast zeitgleich mit First Tin versucht das britisch-kanadische
Unternehmen Cornish Metals (LSE: CUSN; TSV: CUSN), eine historische Zinnmine
in Cornwall wiederzubeleben. Derzeit sammelt das Unternehmen 40,5 Millionen
Pfund ein, von denen die ersten 25 Millionen Pfund bereits von dem bekannten
Bergbauinvestor Mick Davis zugesagt wurden. Der dritte im Bund ist das
australische Unternehmen Elementos Minerals (ASX: ELM), das ein Zinnprojekt
im Tagebau in Spanien vorantreibt. Zufälligerweise liegen die Börsenwerte
aller drei Unternehmen derzeit fast gleichauf: First Tin kommt mit einer
Bewertung von 80 Mio. Pfund zum IPO-Preis von 30 Pence auf den Markt,
Cornish Metals wird vor Abschluss der aktuellen Kapitalrunde von 40,5 Mio.
Pfund mit rund 89 Mio. Pfund bewertet und Elementos kommt auf 135 Mio. A$
(rund 77 Mio. Pfund). First Tin plant eine Jahresproduktion von 6.000
Tonnen, Cornish gibt noch keine Produktionszahlen an, und Elementos rechnet
laut einer Optimierungsstudie mit einer Produktion von 3350 Tonnen Zinn pro
Jahr.

Die Tatsache, dass es mehrere Unternehmen mit europäischen Projekten gibt,
die parallel und mit vergleichbarem Zeitplan versuchen, ihre eigene
Zinnproduktion wieder nach Europa zu bringen, spricht Bände. Cornish Metal
wirbt sogar ganz direkt mit dem Slogan "a strategic asset for the UK". In
unruhigen Zeiten bekommen Begriffe wie Resilienz und Versorgungssicherheit
offenbar ein ganz neues Gewicht. Außerdem sendet der Zinnpreis selbst ein
unmissverständliches Preissignal. Der LME-Preis für Zinn ist in den letzten
zwei Jahren um fast 200 Prozent gestiegen. Derzeit wird das Metall an der
Londoner Metallbörse mit über 44.000 Dollar pro Tonne gehandelt. First Tin
strebt Produktionskosten von 12 bis 14.000 USD pro Tonne Zinn an und
verwendet (wie die anderen Unternehmen) langfristige Preise von 30.000 USD
pro Tonne für seine Rentabilitätsberechnungen.

Die in Europa tätigen Unternehmen können kaum als Konkurrenten im
eigentlichen Sinne des Wortes bezeichnet werden. Dafür ist die geplante
Produktion im Verhältnis zum Gesamtmarkt zu gering. Vielmehr sind sie
"Co-Petitoren". Der Wettbewerb an der Börse könnte aber durchaus eine
bessere Sichtbarkeit für den kleinen Sektor bringen. Es ist immer besser,
wenn die Anleger vergleichen können und die Tin-Story von mehreren
Unternehmen getragen wird und nicht nur von einem.

Der promovierte Metallurge Bünger will den beiden Projekte in Deutschland
und Australien die gleiche Priorität einräumen. Für beide Projekte stehen
noch definitive Machbarkeitsstudien und endgültige Genehmigungen aus. Hier
sieht Bünger seine Hauptaufgabe: "Am Ende werden wir sehen, welches Projekt
sich zuerst durchsetzt", so Bünger. Unabhängig davon lässt sich schon jetzt
sagen, dass das Tellerhäuser Projekt insofern etwas Besonderes sein wird,
weil es als abfallfreier Abbau (Zero-Waste) konzipiert ist. Die gesamte
Aufbereitung soll unter Tage erfolgen. Im günstigsten Fall könnten 50
Prozent des abgebauten Roherzes verarbeitet oder als Straßenzuschlagstoff
verwendet werden. Der Rest würde nach der Aufbereitung unter Tage verfüllt.
Die Landschaft des Erzgebirges soll so wenig wie möglich beeinträchtigt
werden.

Bünger, der an der Bergakademie Freiberg promoviert hat, kennt die Gegend
und die Menschen. Als ehemaliges Vorstandsmitglied und COO, CTO bei einem
der weltweit führenden Kupfer- und Multimetallproduzenten, der Aurubis AG,
war Bünger für Produktionsanlagen mit einem Umsatz von rund 8 Milliarden
Euro verantwortlich. Dass seine Stärken im Thema Metallurgie liegen, wird in
der ausführlichen Unternehmenspräsentation deutlich (siehe Abbildung 2).
Aber auch das Thema Genehmigungsverfahren schreckt Bünger nicht - im
Gegenteil. Bei Aurubis war er für den Bau von innerstädtischen
Produktionsanlagen in Hamburg verantwortlich.

Fazit: First Tin entwickelt seine beiden fortgeschrittenen Zinnprojekte mit
hoher Gewinnspanne an den richtigen Orten und zur richtigen Zeit. Das
weltweit wachsende Interesse an erneuerbaren Energien und Elektrofahrzeugen
wird in den kommenden Jahren absehbar zu einer Verknappung des Zinnangebots
führen. Nachhaltige Zinnquellen sind ohnehin Mangelware. Zwar ist die
geplante Produktion von 6.000 Tonnen Zinn pro Jahr nur ein Tropfen auf den
heißen Stein angesichts eines prognostizierten Jahresbedarfs von bis zu
480.000 Tonnen. Aber First Tin punktet mit einer konfliktfreien,
zuverlässigen, ESG-konformen Produktion zu absehbar niedrigen Kosten von 12
bis 14.000 US-Dollar pro Tonne. Der berechnete Nettogegenwartswert der
Projekte bei Zinnpreisen von 30 und 40.000 $ pro Tonne beträgt 440 bzw. 770
Mio. $. Und wer weiß heute schon, wie sich der Zinnpreis entwickeln wird,
wenn man bedenkt, dass die Prognosen der Industrie davon ausgehen, dass die
Nachfrage bis 2030 doppelt so hoch ist wie das potenzielle künftige
Zinnangebot.

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08.04.2022 Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht,
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