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Energiebranche: EEG-Umlage möglichst schnell abschaffen

BERLIN (dpa-AFX) - Die Energiebranche hat die Bundesregierung aufgefordert, die EEG-Umlage möglichst schnell abzuschaffen. "Dies würde die Stromkundinnen und Stromkunden und nicht zuletzt den Mittelstand bei den Steuern und Abgaben auf Strom deutlich entlasten", sagte Kerstin Andreae, Chefin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft. "Zugleich würden umweltfreundliche strombasierte Anwendungen wie Elektromobilität oder Wärmepumpen attraktiver, der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft unterstützt und Bürokratie spürbar abgebaut."

Die Ampel-Koalition berät angesichts steigender Energiekosten über eine frühere Abschaffung der EEG-Umlage über die Stromrechnung - bisher ist dies zum 1. Januar 2023 geplant. Die Umlage zur Förderung des Ökostroms nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll dann aus dem Bundeshaushalt finanziert werden.

BDEW-Chefin Andreae sagte, wie sich eine vorzeitige Abschaffung der EEG-Umlage konkret auf das Strompreisniveau auswirke, sei auch abhängig von der weiteren Entwicklung der anderen Strompreisbestandteile. "Insbesondere die Kosten für die Beschaffung von Strom an den Strombörsen sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Das schlägt sich auch auf die Endkundenpreise nieder. Umso wichtiger ist, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bei den Abgaben und Umlagen auf Strom entlastet werden."

Für die EEG-Umlage werden aktuell 3,72 Cent je Kilowattstunde fällig. Sie wurde für dieses Jahr bereits mit einem Milliardenzuschuss aus dem Bundesetat abgesenkt. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox bedeutet die EEG-Umlage für eine dreiköpfige Familie eine jährliche Belastung von 149 Euro netto. Bei einem Wegfall der Umlage könnten die Strompreise entsprechend stark sinken.

Daneben seien andere Entlastungen möglich. Die Stromsteuer für private Verbraucher mache mit 2,05 Cent je Kilowattstunde rund 7 Prozent der Stromrechnung aus. Für einen Drei-Personen-Haushalt entstehen laut Portal Kosten von 82 Euro netto pro Jahr. Eine Senkung auf den EU-Mindestsatz würde Haushalte um 42 Euro netto entlasten. Weiter hieß es, einen wesentlichen Posten auf der Stromrechnung mache die Mehrwertsteuer aus. Würde der Staat Strom künftig mit einem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent besteuern, entspräche das für eine dreiköpfige Familie einer jährlichen Entlastung von 177 Euro. Aktuell bezahlt eine dreiköpfige Familie durchschnittlich 1626 Euro pro Jahr für Strom. Unter Ausschöpfung aller staatlichen Mittel könnten die Kosten um jährlich fast ein Viertel sinken./hoe/DP/zb

 ISIN  DE000ENAG999  DE0007037129

AXC0023 2022-01-26/05:56

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