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AKTIE IM FOKUS: Teamviewer kann ein wenig Vertrauen der Anleger zurückgewinnen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein solides Schlussquartal des Softwareanbieters Teamviewer hat am Mittwoch für mehr Zuversicht unter den Aktionären gesorgt. Mit einem Aufschlag von fast 16 Prozent auf 13,37 Euro stiegen die Papiere auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Wochen. Ein Befreiungsschlag blieb aus charttechnischer Sicht jedoch aus: Der Kurs verblieb trotz der Gewinne in der Handelsspanne der vergangenen Monate, die nach wie vor oben bei etwa 15 Euro gedeckelt zu sein scheint.

Das Unternehmen aus Göppingen schloss das von schweren Rückschlägen dominierte Jahr 2021 mit einer leicht positiven Note ab. Dank Kosteneinsparungen im Schlussquartal verdiente Teamviewer operativ etwas mehr als zuletzt in Aussicht gestellt. Die Profitabilität bezogen auf die in Rechnung gestellten Umsätze (Billings) war etwas höher als zuletzt veranschlagt.

"Das Wachstum im vierten Quartal sollte die Investoren zufriedenstellen", schrieb Analystin Stacy Pollard von JPMorgan in einer ersten Einschätzung. Das währungsbereinigte Wachstum der Billings liege deutlich über der Markterwartung. "Für eine durchgreifende Erholung werden Investoren jedoch eine ähnliche Entwicklung beständig auch in den kommenden Quartalen sehen wollen."

Das Management hatte die Wachstumsaussichten nach mehreren unerwartet schwachen Quartalen im Herbst harsch gekappt - nicht nur für 2021, sondern auch für die mittlere Frist. Das hatte den Aktienkurs abstürzen lassen, weil die Kosten für das ohnehin stark kritisierte teure Sportsponsoring beim englischen Fußballclub Manchester United und beim Mercedes-Formel-1-Team, aber auch die Ausgaben für den aufgestockten Mitarbeiterbestand, plötzlich drastisch geringeren erwarteten Erlösen gegenüberstanden.

Details zu den Jahreszahlen sowie einen aktualisierten Ausblick auf die Investitions- und Kapitalplanung will das Unternehmen am 2. Februar vorlegen. Mit Blick auf Letzteres schließt Analyst Hannes Leitner von der Bank UBS Kapitalrückzahlungen an die Aktionäre nicht aus. Diese könnten sich auf 100 bis 200 Millionen Euro belaufen. Diese Vermutung begründet der Experte mit einer deutlich niedrigeren Verschuldungsquote des Unternehmens per Ende 2022. Auch JPMorgan-Analystin Pollard schrieb von "etwaigen Aktienrückkäufen"./bek/men/mis

 ISIN  DE000A2YN900

AXC0153 2022-01-12/11:52

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