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Aktien Frankfurt: Verluste - Zinssorgen bleiben nach US-Jobbericht dominant

FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktuelle Arbeitsmarktdaten aus den USA haben am deutschen Aktienmarkt die Furcht der Anleger vor schnell steigenden Zinsen wachgehalten. Der Leitindex Dax weitete am frühen Freitagnachmittag seine jüngsten Verluste etwas aus und fiel zuletzt um 0,72 Prozent auf 15 936,67 Punkte. Für die erste Handelswoche im neuen Jahr zeichnet sich dennoch ein moderates Plus ab.

In den USA sank die Arbeitslosigkeit im Dezember weiter. Die Löhne stiegen stärker erwartet. Vor dem Hintergrund der gesunkenen Arbeitslosenquote und der kräftigen Lohnsteigerungen dürfte sich die US-Notenbank in der beschlossenen, schnelleren Gangart bei der Rückführung der konjunkturstützenden Anleihekäufe bestätigt sehen, schrieb Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba. Eine schärfere Gangart der Fed würde die Renditen weiter steigen lassen, sodass Aktien gegenüber festverzinslichen Anleihen an Attraktivität einbüßen würden.

Bereits am Vortag hatten Zinssorgen dem Dax einen Rückschlag verpasst, nachdem er am Mittwoch nur knapp an einem Rekordhoch vorbeigeschrammt war. Der Charttechnik-Experte Andreas Büchler von Index Radar bleibt derweil zuversichtlich: "Der Dax war sehr schnell an den oberen Randbereich seines kurzfristigen Schwankungskorridors gestiegen, was ihn erfahrungsgemäß anfälliger für eine Konsolidierung macht. Daher ist die nun laufende Gegenbewegung vorhersehbar gewesen und stellt keine Gefährdung für den Aufwärtstrend dar."

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab am Freitag um 0,63 Prozent auf 34 945,25 Punkte nach. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,54 Prozent nach unten.

Für Diskussionsstoff sorgten auf den ersten Blick enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland. Hierzulande ist die Produktion der Industrieunternehmen im November zwar insgesamt überraschend wieder gesunken. Ökonomen verweisen aber auf einen deutlichen Anstieg der Produktion in der Autoindustrie.

Gute Umsatzzahlen der Chip-Riesen Samsung Electronics und STMicroelectronics stützen die Kurse der Branche. Die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon etwa gewannen an der Dax-Spitze rund zwei Prozent und die des Chip-Ausrüsters Aixtron knapp zwei Prozent.

"Der operative Gewinn von Samsung Electronics ist im vierten Quartal auf den höchsten Stand seit vier Jahren gesprungen", merkte Stratege Jim Reid von der Deutschen Bank an. STMicroelectronics setzte derweil im vergangenen Jahr wegen der hohen Chipnachfrage mehr um als erwartet.

Unter den besten Werten im MDax zogen die Anteilsscheine von Lanxess um fast drei Prozent an. Nachdem die Investmentbank Jefferies am Vortag ihre Kaufempfehlung für die Anteilsscheine unterstrichen hatte, meldete sich nun die britische Investmentbank Barclays positiv zu Wort. Nach einem schwachen Jahr seien die Voraussetzungen für die Aktien des Spezialchemiekonzerns 2022 besser, schrieb Analyst Sebastian Satz. Diese Ansicht basiere auf einem überlegenen und besser vorhersehbaren Gewinnwachstum.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,1313 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,1315 (Mittwoch: 1,1319) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8838 (0,8835) Euro.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,19 Prozent auf minus 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,01 Prozent auf 143,65 Punkte nach. Der Bund-Future sank um 0,16 Prozent auf 170,10 Punkte./la/mis

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  EU0009658145  DE0008467416

AXC0183 2022-01-07/15:09

Relevante Links: Samsung Electronics Co. Ltd., STMicroelectronics N.V., Aixtron SE, LANXESS AG, Infineon Technologies AG

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